Mai


Montag, 14.05.2018
19:30 Uhr
Kreismuseum Peine
Stederdorfer Str. 17
31224 Peine

Durch verschiedene Studien des Referenten sind in den letzten Jahren faszinierende Aspekte der mittelalterlichen Stadtplanung deutlich geworden: Die Verfahren, mit denen die Straßen abgesteckt wurden, und die Konzepte, nach denen sie konzipiert waren, erwiesen sich als viel komplexer, als die Forschung lange meinte. Bei der Festlegung der Straßenfluchten spielte die Beobachtung von Sonnenauf- und Untergängen eine wichtige Rolle, wobei man sich an römischen Texten orientierte. Mit Schnüren war man in der Lage, großräumig Parallelen und rechte Winkel abzustecken. Eine wichtige Rolle spielten Vorbilder, meist ältere Stadtsiedlungen, die man samt der Kirchen kopierte, sowie Mensch- und Tiergestalten, die offenbar den Plänen „hinterlegt“ wurden: Anfangs die Gestalt des Erlösers, später auch Heilige, Pferde und Löwen. Durch zeitgleiche Münzbilder und andere Darstellungen lassen sich diese Stadtplanmotive plausibel machen: Es handelt sich nicht nur um Phantasiegestalten des modernen Betrachters, sondern „echte“ Ideen der mittelalterlichen Stadtgründer!

Der Archäologe Dr. Thomas Küntzel aus Göttingen wird am Montag, dem 14. Mai 2018, auf Einladung des Kreisheimatbundes Peine darstellen, dass auch der Stadtplan von Peine sich auf diese Weise interpretieren lässt. Es ergeben sich ganz neue Perspektiven zur Deutung der Stadtgründung, die unter Leitung des Reichstruchsessen Gunzelin von Wolfenbüttel vermutlich zu Pfingsten 1218 erfolgte, also vor genau 800 Jahren.

Der Eintritt ist frei und findet um 19:30 Uhr im Kreismuseum Peine statt.

Zeichnungen: T. KĂĽntzel (2018)