{"id":542,"date":"2021-11-15T14:25:21","date_gmt":"2021-11-15T14:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/kreisheimatbund.de\/?page_id=542"},"modified":"2022-02-03T13:59:00","modified_gmt":"2022-02-03T13:59:00","slug":"burgpark","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/?page_id=542","title":{"rendered":"Burgpark"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"542\" class=\"elementor elementor-542\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-063c662 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"063c662\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-554d641\" data-id=\"554d641\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-034d4ea elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"034d4ea\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"75\" height=\"75\" src=\"https:\/\/kreisheimatbund.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Button_Archaeologie_Burgpark.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-image-816\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kreisheimatbund.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Button_Archaeologie_Burgpark.jpg 75w, https:\/\/kreisheimatbund.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Button_Archaeologie_Burgpark-60x60.jpg 60w\" sizes=\"(max-width: 75px) 100vw, 75px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-6060e26 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"6060e26\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-dbf8977\" data-id=\"dbf8977\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-b9bf2a0 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"b9bf2a0\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p align=\"CENTER\"><span style=\"color: #000000; font-family: ZapfHumnst BT; font-size: xx-small;\">Jens Koch<\/span><\/p><p align=\"CENTER\"><span style=\"color: #000000; font-family: ZapfHumnst BT; font-size: small;\">Die Ausgrabungen am Schlo\u00dfberg<\/span><\/p><p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #000000; font-family: ZapfHumnst BT;\">Abgesehen von \u00dcberlieferungen im Stil der ber\u00fchmten Eulensage, sowie d\u00fcrftigen bildlichen Darstellungen, war wenig \u00fcber die mehrfach umgebauten 1810 endg\u00fcltig abgerissene Peiner Burg bekannt. Die auf eine Gr\u00fcndung des sp\u00e4teren Reichstruchse\u00df Graf Gunzelin von Wolfenb\u00fcttel (um 1170 &#8211; 1254) zur\u00fcckgehende Stadt Peine liegt auf einer von drei Seiten mit Sumpfland umgebenen, erh\u00f6hten\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/khb-peine.de\/Archaologie\/Graben%20und%20Walle\/graben%20und%20walle.html\"><span style=\"color: #000000; font-family: ZapfHumnst BT;\">Landzunge<\/span><\/a><span style=\"color: #000000; font-family: ZapfHumnst BT;\">, an deren Spitze sich in strategisch g\u00fcnstigster Lage die einstige Burg befand, die sich in den Schriftquellen bis in das fr\u00fche 12.Jahrhundert zur\u00fcckverfolgen l\u00e4\u00dft. Ein komplexen Verteidigungsg\u00fcrtel aus W\u00e4llen und Gr\u00e4ben umschlo\u00df die der Topographie angepa\u00dfte Stadtanlage.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">In den knapp zwei Jahrhunderten seit der Schleifung der Burg erfuhr der sogenannte Schlo\u00dfberg regelm\u00e4\u00dfig moderne Ein- und Aufbauten. Anl\u00e4\u00dflich eines Stadtgr\u00fcndungsjubiliums war bereits in den 70er Jahren eine hochgelegene Kasematte im Burgwall notd\u00fcrftig aufgemauert worden. Weitere, noch vorhandene originale Relikte der Burganlage schlummerten wie in einem Dornr\u00f6schenschlaf im sogenannten Amtmann-Ziegler-Garten. Dieses Areal am historischen Aufgang von der Altstadt zum Schlo\u00df soll jetzt umgestaltet werden. Da die verwilderte Gartenanlage aber auch wichtige historische Mauerreste \u00fcberlagerte, initiierte der Ratsbeschlu\u00df eine arch\u00e4ologische Grabung, die im Sommer 1998 zu umfangreichen Erdbewegungen am Fu\u00dfe der Festung f\u00fchrte.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Beim vorsichtigen Befreien von Schutt und Erde zeigte sich die sorgf\u00e4ltig gearbeitete Sichtmauer. Die aus vielen pr\u00e4zise gearbeiteten Segmenten bestehende Mauer geh\u00f6rt zu der uni 1660 aufwendig erneuerten Burganlage mit hakenf\u00f6rmigen Eckbastionen. Die freigelegte Steinfassade offenbarte, da\u00df man zahlreiche Steinmetzen vor Ort hatte. Die einzelnen Segmente sind mit den verschiedensten individuellen Zeichen dieser Handwerker gekennzeichnet. Schlichte, gradlinige Zeichen, Kreuzformen oder hausmarken\u00e4hnliche Symbole wechseln von Quader zu Quader.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Mit fortschreitenden Baggerarbeiten tauchte schlie\u00dflich auch unter der Stra\u00dfe \u201cAm Amthof\u201d der erste von zwei steinernen Br\u00fcckenb\u00f6gen auf. Die in sp\u00e4terer Zeit untermauerten B\u00f6gen standen urspr\u00fcnglich nahezu frei, von der eigentlichen Burg getrennt durch eine h\u00f6lzerne Zugbr\u00fccke. Der Eulingsche Weinkeller, Teil der historischen Burganlage, diente mit seinen Schie\u00dfscharten einst zur Kontrolle der strategischen Schwachpunkte Br\u00fccke und Graben.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Die Gr\u00fcndungen von Br\u00fccke und Festungsmauer bestehen ans gro\u00dfformatigen Schwellbalken, die auf eingerammten Spitzpf\u00e4hlen ruhen. Durch Grundwasserabsenkung ist die h\u00f6lzerne Schwellung v\u00f6llig verrottet, was umgehende statische Sicherungsnia\u00dfnahmen in Form von modernen Betonunterfangungen erforderlich machte. Der Burggraben flo\u00df in einer Breite uni 10 &#8211; 15 m durch den sp\u00e4teren Amtmann-Ziegler-Garten, auf dessen Rasenplatz sich noch heute sein verlauf deutlich abzeichnet. Beim Anlegen eines Suchschnittes wurden zwei Grabenufer unterschiedlicher Zeitstellung festgestellt. Etwa 2 in vor dem am weitesten vorragenden Mauersockel fand sich eine primitive Uferb\u00f6schung, die mit armdicken Spitzpf\u00e4hlen gefa\u00dft war. Nur einen knappen halben Meter davor verl\u00e4uft eine weitere, weitaus aufwendigere Uferbefestigung, die ohne Zweifel zu der uni 1660 ausgef\u00fchrten Anlage geh\u00f6rt. Hier waren zum Teil in fachwerkartiger Technik gro\u00dfe Vierkantpf\u00e4hle eingerammt, die mit Bohlen hinterlegt bzw. verbunden waren. Bei der Neuanlage der Burg hatte man den vorhandenen mittelalterlichen Burggraben nahezu vollst\u00e4ndig ausgehoben. Alle Gr\u00e4ben wurden \u201cUpgegraven undt upgeruniet\u201d und mit einem Schiff fuhr man den Sand aus dem Stadtgraben. Ein weit in den neuzeitlichen Burggraben gegrabener Suchschnitt ergab dann auch kaum nennenswerte Funde, sondern nur einiges, erstaunlich gut erhaltenes Holzgeschirr neben zumeist polychrom bemalten Keramikscherben und Ofenkachelresten mit Glasur.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Durch gezielte Suche konnte auch die \u00e4lteste Uferbefestigung des Burggrabens erfa\u00dft werden. In einem etwa einen Meter breiten Streifen unterhalb der Ufereinfassung von 1660 folgte eine Kulturschicht, die geradezu \u00fcberquoll von verschiedenen Hinterlassenschaften aus dem mittelalterlichen Burgbetrieb.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Die Burg war in Kriegszeiten f\u00fcr die Peiner Bev\u00f6lkerung letzte Zuflucht und Hoffnung, wenn feindliche Heerscharen die Vorstadt gepl\u00fcndert, die Tore eingerannt und in den Stadtkern eingedrungen waren. Man nahm bewegliche Habe und die Barschaft mit auf den erh\u00f6hten, stark befestigten Burgberg, \u00fcberlie\u00df sein Heim den herannahenden Gegnern oder setzte es selbst in Brand. Die Feinde verschanzten sich in den Ruinen und n\u00e4herten sich der Burg bis in den Bereich des heutigen Marktplatzes. Von dort aus unternehmen sie ihre Vorst\u00f6\u00dfe auf das sogenannte \u201cEulennest\u201d. Ihnen gegen\u00fcber lagen hinter Palisade, Wall und Graben die Belagerten, die auf die bisweilen trickreichen Versuche der Angreifer, die Burg zu st\u00fcrmen, mit ebenso gro\u00dfem Einfallsreichtum reagierten.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Schwierigstes Hindernis f\u00fcr die Angreifer war der breite Burggraben, in dem man unm\u00f6glich mit schwerem Ger\u00e4t oder R\u00fcstung agieren konnte. Also versuchte man das Wasser abzuleiten oder ihn mit Stroh und Weidenb\u00fcndeln zu f\u00fcllen. Reste davon fanden sich reichlich im Uferbereich des mittelalterlichen Grabens. Auch Laufgr\u00e4ben wurden ausgehoben, in denen man vor der von der Brustwehr zur\u00fcckfeuernden Burgbesatzung gesch\u00e4tzt war. Als man sich bei der Belagerung 1522 fast Auge in Auge gegen\u00fcberstand, schleuderte die Besatzung Dachziegel der Burggeb\u00e4ude auf alle Angreifer, die sich n\u00e4herten. Diese feuerten ihrerseits aus Zielb\u00fcchsen auf jeden, der sich auf der Brustwehr zeigte. Es ist m\u00f6glich, da\u00df ein im Grabenufer gefundenes Bleigescho\u00df im Zusammenhang mit dieser Belagerung steht. Sicher sind jedoch eine schwere Steinkugel und ein geplatztes Hohlgescho\u00df aus Gu\u00dfeisen 12,elikte der Stiftsfehde. Sie wurden am Grabenufer vor der Sockelmauer in situ gefunden. Am Mauerwerk abgeprallt waren beide Kugeln direkt nebeneinander im schlammigen Ufer versunken. Bei der Freilegung verstr\u00f6mte der Inhalt der geplatzten Brandbombe einen Geruch von \u00d6l und Schwefel. Ihre \u201cbrandgef\u00e4hrliche\u201d F\u00fcllung war mit Holzsp\u00e4nen durchsetzt. Offenbar hatte sie ihr Ziel (Dachstuhl?) nicht erreicht und lediglich die Burgmauer l\u00e4diert. \u00dcber den Beschu\u00df und Fall des m\u00e4chtigen Turmes \u201cG\u00fcntzel\u201d gibt es anschauliche Schilderungen. Etwa 300 Kanonenkugeln aus 16 schweren Gesch\u00fctzen feuerten die Braunschweiger auf ihn ab, ehe er fiel, aber nicht wie vom Angreifer erhofft in den Graben, sondern in den Burghof, wohin ihn die Besatzung (mindestens 800 Landsknechte) mit Ketten und Seilen zog.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Zwischen dem hochgelegenen Gew\u00f6lbe der kleinen Kasematte und dem Aufgang zum heutigen Amtsgericht wurden ebenfalls Wildwuchs und Schutt beseitigt. Dabei konnten die Grundmauern eines kleinen, rechteckigen Geb\u00e4udes freigelegt werden. Der Geb\u00e4uderest liegt unmittelbar an der ehemaligen Zugbr\u00fccke. Es handelt sich um die Reste des Torwachenhauses. Im Umfeld gefundenes, gelbgr\u00fcnliches Rautenglas, das einst von Bleiruten gefa\u00dft war und die dazugeh\u00f6rigen Reste von gedrehten Windeisen zeigen, wie einst die Fenster der Wachstube aussahen.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Unerwartet aufwendig und zugleich voller \u00dcberraschungen gestaltete sich die Freilegung eines anschlie\u00dfenden Schachtsystems, das aus Natursteinquadern sorgf\u00e4ltig gemauert war. Da seine Funktion zun\u00e4chst v\u00f6llig unklar war, wurden Schutt und Sand per Hand herausgeholt. In fast 5 m Tiefe entsch\u00e4digte der unerwartete Blick in einen verborgenen Gang, der ann\u00e4hernd zwei Jahrhunderte von niemandem mehr gesehen, geschweige denn betreten worden war (Abb. 4). Da der Tunnel in Richtung Au\u00dfenmauer f\u00fchrte, begann in den folgenden Tagen die Suche nach dem versch\u00fctteten Austritt. Dieser fand sich schlie\u00dflich unmittelbar \u00fcber der Mauergr\u00fcndung in Form eines kleinen, einst wohl verdeckten Ausflusses. Offenbar sammelte man das Regen- und Schmelzwasser der Dachfl\u00e4chen der angrenzenden Burggeb\u00e4ude im tiefen Schacht und leitete es in den Burggraben.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Aus der Verf\u00fcllung des Schachtsystems konnten neben Scherben von Flaschen, Keramik und Tonpfeifen des sp\u00e4ten 17. bis fr\u00fchen 18. Jahrhunderts bemerkenswerte Einzelfunde geborgen werden. Mindestens f\u00fcnf schlanke Hundesch\u00e4del und weitere Tierknochen wurden im Aushub beobachtet. Ein stark verrostetes Klappmesser mit verzierten Griffschalen aus Knochen war nutzlos geworden, nachdem die Spitze offenbar abgebrochen war. Letzteres gilt auch f\u00fcr einen doppelseitigen Knochenkamm, dem etliche Zinken fehlen. Grobe und feine Zahnung lassen einen L\u00e4usekamm vermuten, was auf hygienische Probleme unter der Burgbesatzung hindeutet. Als wahre Fundgrube entpuppte sich die schon erw\u00e4hnte Verf\u00fcllung der sogenannten Torwachenstube am Br\u00fccken\u00fcbergang.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Unz\u00e4hlige Fragmente von Salbent\u00f6pfen, Tonpfeifen, Wein- und Medizinflaschen aus Glas waren in einer etwa 30 cm starken Fundschicht deponiert.<\/span><\/p><p><span style=\"font-family: ZapfHumnst BT;\">Diese sind hinsichtlich der breit gestreuten Provenienz typisch f\u00fcr das einst in einem \u201cDreil\u00e4ndereck\u201d gelegene Fuhsest\u00e4dtchen Peine. Vergleichsfunde aus Braunschweiger Grabungen, bei denen spezifisch gekennzeichnete Landesprodukte wie eben Tonpfeifen, Bouteillen usw. erfa\u00dft wurden, belegen die Praxis einer \u201cvorschriftsm\u00e4\u00dfigen\u201d Versorgung aus landeseigener Produktion dieser einst massenhaft gefertigten Konsumg\u00fcter. Mit dem Bergen dieser j\u00fcngsten Gebrauchsg\u00fcter von der Peiner Burg endete schlie\u00dflich auch die vorl\u00e4ufige Spurensuche auf dem geschichtstr\u00e4chtigen Fundplatz.<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-9f9c7ff elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"9f9c7ff\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-3aef0a3\" data-id=\"3aef0a3\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-8f8b1f8 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"8f8b1f8\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"75\" height=\"75\" src=\"https:\/\/kreisheimatbund.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Button_Arch_ologie_Burgpark_Reko.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium wp-image-815\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kreisheimatbund.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Button_Arch_ologie_Burgpark_Reko.jpg 75w, https:\/\/kreisheimatbund.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Button_Arch_ologie_Burgpark_Reko-60x60.jpg 60w\" sizes=\"(max-width: 75px) 100vw, 75px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a566640 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"a566640\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p align=\"LEFT\">\u00a0<\/p><p><strong>Der Burgpark<\/strong><\/p><p>Geschichte von der Burg zur Stadt<\/p><p><i>In dem engen Schacht war es zu dieser Zeit bereits recht schummerig. Die hohen glatten W\u00e4nde boten kaum Halt und bei jeder Bewegung stie\u00df er gegen die roh behauenen Steine. Dann, urpl\u00f6tzlich gab der Schutt unter ihm nach und sein rechtes Bein sank ein St\u00fcck weit ein. Voller gespannter Erwartungen sp\u00e4hte er in das dunkle Loch, da\u00df sich am Boden aufgetan hatte. Vorsichtig vortastend sp\u00fcrte er, da\u00df die \u00d6ffnung sich seitlich offenbar zu einer Art Tunnel erweiterte &#8230;<\/i><\/p><p>Diese Szene ereignete sich nicht etwa im Tal der K\u00f6nige sondern auf einem der bedeutendsten Burgpl\u00e4tze unserer Region, dem Schlo\u00dfberg in Peine. Fast 200 Jahre nach Abtragung der letzten Schlo\u00dfgeb\u00e4ude und unterschiedlicher Nutzung des Gel\u00e4ndes legten die Mitarbeiter der ehrenamtlichen arch\u00e4ologischen Denkmalpflege 1998\/1999 wichtige Teile der m\u00e4chtigen Befestigungsanlage wieder frei. Restauriert und rekonstruiert sind diese nun im neu geschaffenen Burgpark der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich.<\/p><p align=\"LEFT\"><b>Die Peiner Altstadthalbinsel<\/b><\/p><p>Der Burgberg liegt an der Spitze einer etwa 400 Meter breiten und 800 Meter langen Landzunge aus eiszeitlichen Kiesen und Sanden. Diese\u00a0<a href=\"http:\/\/khb-peine.de\/Archaologie\/Graben%20und%20Walle\/graben%20und%20walle.html\"><b>Peiner Altstadthalbinsel<\/b>\u00a0<\/a>besa\u00df durch ausgedehnte Feuchtgebiete auf drei Seiten bereits einen nat\u00fcrlichen Schutz. Die einzige Schwachstelle dieses Verteidigungsringes mu\u00dfte durch Graben und Wall gesch\u00fctzt werden (Wallstra\u00dfe\/Pulverturmwall).<\/p><p>\u00dcber die Entstehung, das Aussehen und den Erbauer der ersten Peiner Burg jedoch gibt es keine historisch gesicherten Belege. Die geographischen Gegebenheiten machen es aber wahrscheinlich, da\u00df auf dem sp\u00e4teren Burgareal bereits fr\u00fch eine befestigte Anlage gestanden hat. Sie wird die Aufgabe gehabt haben, den Handel auf der nahegelegenen Fuhsefurt zu sch\u00fctzen und zu kontrollieren. Die Lage der Befestigung auf einer trockenen Halbinsel inmitten sumpfigen Gel\u00e4ndes war daf\u00fcr ideal. Wie im Mittelalter zun\u00e4chst \u00fcblich, d\u00fcrfte die Befestigung aus einem wassergef\u00fcllten Graben, einer kreisf\u00f6rmigen Palisade und einem aus Holz gefertigten Turm sowie einigen Blockh\u00e4usern bestanden haben.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Der Burgberg selbst ist im Laufe der Jahrhunderte mehrfach aufgesch\u00fcttet und in seiner Form ver\u00e4ndert worden. Erst aus dem 16. Jahrhundert liegt mit der Peiner Hochzeitssch\u00fcssel von 1534 die \u00e4lteste Darstellung des Burgbereichs vor. Es handelt sich um eine Belagerungsszene aus der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 &#8211; 1522). Zentrales Motiv ist ein nahezu runder Burgberg, der ringf\u00f6rmig von einem breiten Wassergraben umgeben ist. \u00dcber den Graben f\u00fchrte vermutlich im Bereich der Stra\u00dfe am Amthof eine h\u00f6lzerne Zugbr\u00fccke, die von einer Vorburg (Am Amthof, etwa im Bereich der Weinhandlung Euling) gesichert wurde. \u00dcber das Aussehen der Geb\u00e4ude der Vorburg lassen sich keine n\u00e4heren Angaben machen.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Der Burgwall ist durch dicke Eichenpf\u00e4hle gesichert, die im Uferbereich eine weitst\u00e4ndige Palisade bilden und zus\u00e4tzlich den Berg hinauflaufen. Etwa auf der H\u00e4lfte des Berges, im Bereich der Zugbr\u00fccke, sind einige Kasematten zu sehen, aus denen auf die Angreifer geschossen wird. Die Burggeb\u00e4ude sind umgeben von einem Ringwall, dessen Krone einen Laufgang und Palisaden aus Flechtz\u00e4unen tr\u00e4gt. Den Mittelpunkt des Geb\u00e4udekomplexes bildet ein achteckiger Turm (Bergfried), dessen Obergescho\u00df auf Konsolen ausgekragt ist und ein spitzes Zeltdach tr\u00e4gt. S\u00fcdlich davon steht ein dickerer, gedrungener Turm mit quadratischem Grundri\u00df. Die T\u00fcrme sind durch niedrige Geb\u00e4ude mit Zinnen verbunden. N\u00f6rdlich des zentralen Turmes bzw. von diesem verdeckt schlie\u00dft sich ein zweist\u00f6ckiges Geb\u00e4ude an, das aufgrund seiner Bauausf\u00fchrung (Zwerchh\u00e4user, gotische Fenster, Schieferdeckung), als Hauptgeb\u00e4ude oder Pallas zu deuten ist.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">W\u00e4hrend der zweiten Belagerung Peines im Jahre 1521 wurde die Burg schwer besch\u00e4digt. Vor allem der \u201eGrobe G\u00fcnzel\u201c war von den Belagerern unter Feuer genommen worden. Die Braunschweiger hofften darauf, da\u00df er in den Wassergraben st\u00fcrzen und den Belagerern ein \u00dcberqueren des Grabens erm\u00f6glichen w\u00fcrde. Die Burgbesatzung sicherte den Turm mit schweren Ketten und lie\u00df ihn schlie\u00dflich in den Burghof st\u00fcrzen.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">W\u00e4hrend der letzten beiden Belagerungen entstand wohl auch die heute noch in mehreren Versionen in der Peiner Bev\u00f6lkerung kursierende Eulensage. Sie gab der Stadt ihren in ganz Niedersachsen bekannten Spitznamen \u201eEulennest\u201c. Ein sichtbares Zeichen f\u00fcr die besondere Verbindung zwischen Eule und Burg ist der heute im Kestner-Museum befindliche Eulenpokal. Bis zum Ende der hildesheimischen Herrschaft im Jahre 1802 wurde er im Peiner Schlo\u00df aufbewahrt. Dar\u00fcber hinaus zeigte der Bischof seine Dankbarkeit durch einen am Burgtor angebrachten Stein. Auf ihm war eine Eule abgebildet und darunter folgende lateinische Inschrift eingemei\u00dfelt:<\/p><p align=\"LEFT\"><i>\u201dNoctua, Peinensis custos, defenderat olim\/<br \/>Peinensis castri moenia, fama ut habet.\/<br \/>Ponimus hunc vigilem rursus Peinensis ad arcis\/<br \/>ingressum. Hic noctis tempore bubo sedet.\/<br \/>Bubo oculis trucibus minatur et unguibus uncis,\/<br \/>Ulula, tu vigiles! arx invicta manet.\u201d<\/i><\/p><p><i>\u201cEin Kauz hatte einst als Peines W\u00e4chter verteidigt<br \/>die Mauern der Peiner Burg, wie die Geschichte geht.<br \/>Wir setzten diesen W\u00e4chter wieder an den Eingang<br \/>zur Burg. Hier sitzt zur Nachtzeit die Eule.<br \/>Die Eule droht mit trotzigen Augen und gebogenen Krallen.<br \/>Halt&#8216; Wache, Kauz! (So) bleibt die Burg unbesiegt.\u201d<sup>\u00a0(1)<\/sup><\/i><\/p><p>Nach der Zerst\u00f6rung in der Stiftsfehde verwendete man beim Wiederaufbau die Bausteine der eingest\u00fcrzten T\u00fcrme und errichtete einen sehr schlichten Neubau. Aus Geldmangel verzichteten die Hildesheimer auf die fr\u00fcher weithin sichtbaren T\u00fcrme und Zinnen des Vorg\u00e4ngerbaues. Das neue Hauptgeb\u00e4ude war zweist\u00f6ckig und besa\u00df auf einem massivem Untergescho\u00df ein Fachwerkobergescho\u00df mit hohem Walmdach. Daran schlo\u00df sich im Nordosten ein von niedrigen Wirtschaftsgeb\u00e4uden umschlossener runder\/ovaler Hof mit einigen vorspringenden Wirtschaftsgeb\u00e4uden. Die runde Form der Anlage orientierte sich an der zu der Zeit noch runden Form des mittelalterlichen Burgberges.<\/p><p>Der Zugang zur Burg war von zwei Seiten m\u00f6glich, einmal vom Markt \u00fcber eine Zugbr\u00fccke oder von der heutigen Katholischen Kirche aus auf den nordwestlichen Burgberg, wo sich auch das Torgeb\u00e4ude mit Zwinger befand. Wer von der Stadt aus \u00fcber die Zugbr\u00fccke kam, mu\u00dfte also au\u00dfen fast um das gesamte Schlo\u00df herumgehen.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Im \u00fcbrigen ist diese Nachfehdezeit von schweren Brandkatastrophen gekennzeichnet. So brannte am 15. Mai 1557 die gesamte Stadt nieder. Sowohl das mittelalterliche Rathaus als auch die auf der Hochzeitssch\u00fcssel sichtbare Jakobikirche auf dem Markt wurden ein Raub der Flammen. Lediglich das Burgareal, auf das sich die Besatzung w\u00e4hrend des Brandes gefl\u00fcchtet hatte, blieb vom Feuer verschont.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Im Verlauf des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges zogen wiederholt Truppenverb\u00e4nde der verschiedenen Kriegsparteien durch die Stadt. Die Schlo\u00dfbesatzung wechselte st\u00e4ndig zwischen Kaiserlichen, Schweden und Braunschweigern hin und her. F\u00fcr die Versorgung der unz\u00e4hligen S\u00f6ldner war die Stadt beziehungsweise ihre B\u00fcrgerschaft verantwortlich. Besonders schlimm waren die Einquartierungen. 1633 kam es sogar zu einer Belagerung von Stadt und Schlo\u00df durch braunschweigische Truppen. Nachdem die Braunschweiger einige Zeit die Stadtbefestigung beschossen hatten, gaben die Kaiserlichen die Stadt verloren und zogen sich auf das Schlo\u00df zur\u00fcck. Anders als in den Belagerungen der Stiftsfehde gaben die Verteidiger diesmal das Schlo\u00df bereits nach drei Tagen, am 31. Juli 1633, auf und zogen sich in die Festung nach Wolfenb\u00fcttel zur\u00fcck. Das Schlo\u00df erhielt nunmehr eine braunschweigische Garnison. Die Stadt aber, die den Truppen des Herzogs einige Zeit Widerstand geleistet hatte, mu\u00dfte daf\u00fcr ihre W\u00e4lle abtragen und den Graben zusch\u00fctten. Schutzlos waren sie von nun an jedem Angreifer ausgeliefert.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Bis zum Friedensschlu\u00df zwischen den norddeutschen F\u00fcrsten und dem Kaiser im Jahre 1642 \u00e4nderte sich an der trostlosen Lage wenig. Erst danach besserte sich die wirtschaftliche Situation, da sich nun das Kampfgeschehen weiter nach S\u00fcden verlagerte.<\/p><p align=\"LEFT\"><b>Umbau des Schlosses und Einrichtung des Kapuzinerklosters<\/b><\/p><p>Mit den Friedensschl\u00fcssen von M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck im Jahre 1648 wurde der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg offiziell beendet. Um seinem F\u00fcrstentum gegen\u00fcber den Welfenf\u00fcrsten einen gewissen Schutz zu geben, entschlo\u00df sich der F\u00fcrstbischof von Hildesheim Peine als Festung auszubauen.<\/p><p>Im Fr\u00fchjahr 1659 trafen die ersten angeworbenen Bauarbeiter ein. Am 26. Juli begannen sie mit den Aushebungsarbeiten. Das Baumaterial zum Ausbau der Festung wurde aus dem ganzen Stift herbeigeschafft.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">1660 konnte der Grundstein zum eigentlichen Festungsbau gelegt werden. Einzelne in der N\u00e4he der Schlo\u00dfanlage stehende Wohnh\u00e4user wurden auf Gehei\u00df des Bischofs niedergerissen.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Der vormals runde Burgberg bekam nun einen nahezu quadratischen Grundri\u00df mit hakenf\u00f6rmigen, im Uhrzeigersinn angeordneten Eckbastionen, die einige Meter h\u00f6her waren als der Schlo\u00dfhof. Der Graben wurde mit einer Breite von ca. 15 &#8211; 20 m angelegt.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Ein recht genaues Bild vom Aussehen dieser Anlage vermittelt uns der Grenzabri\u00df zwischen den \u00c4mtern Peine und Meinersen aus dem Jahre 1675. Dieser teilperspektivische Plan zeigt detailliert den das n\u00f6rdliche Stadtgebiet mit Schlo\u00df- und Marktbereich.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Das gro\u00dfe Haupthaus des Schlosses diente den im Amte t\u00e4tigen Beamten als Dienstwohnung. Daneben gab es eine Schreiberei, ein Waschhaus das \u201eGraue Haus\u201c, wahrscheinlich das 1816 abgebrochene Zeughaus), Stallungen, ein Pforthaus ein \u201eLusthaus im Garten\u201c sowie ein \u201eLusthaus auf dem Walle\u201c. Komplettiert wurde die Anlage durch das alte Stockhaus des Grafen von Westphalen.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Eine weitere Quelle zur Rekonstruktion des Schlo\u00dfberges sind die Pl\u00e4ne des F\u00fcrstlich Hildesheimischen Lieutenants Heinrich-Friedrich Deichmann aus dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert. Die Pl\u00e4ne geben ein sehr exaktes Bild der fr\u00fchneuzeitlichen Stadtanlage und des neugestalteten Schlo\u00dfberges wieder. Im Gegensatz zur mittelalterlichen Anlage fehlt dem fr\u00fchneuzeitlichen Schlo\u00df eine Vorburg zur Sicherung der Zugbr\u00fccke. Lediglich ein kleineres Geb\u00e4ude am stadtseitigen Ufer (auf dem Grundst\u00fcck Rosenthaler Str. 15) hat wohl die Funktion eines Tor- oder Br\u00fcckenw\u00e4rterhauses. Die Br\u00fccke \u00fcber den Schlo\u00dfgraben besteht mindestens zwei massiven Sandsteinb\u00f6gen und einer beweglichen Zugbr\u00fccke, die vom Schlo\u00df aus bedient wurde. Am Ende der Br\u00fccke stand wiederum ein Torhaus.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Im Jahre 1661 war die innere Befestigungsanlage der Stadt fertiggestellt und die finanziellen M\u00f6glichkeiten ersch\u00f6pft. Die urspr\u00fcnglichen Pl\u00e4ne (Abb. ) kamen nicht mehr zur Ausf\u00fchrung. In den folgenden Jahren wurden nur noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig bescheidene Bauten, n\u00e4mlich das Zeughaus auf dem Schlo\u00df, der Pulverturm und das als Landesgef\u00e4ngnis gedachte Stockhaus errichtet. Bis 1663 waren die Bauten fertiggestellt. Auf Kosten der Stadt wurden an den Toren sowie auf dem Marktplatz Wachth\u00e4user errichtet.<\/p><p>Den Abschlu\u00df der f\u00fcrstlich-hildesheimischen Baut\u00e4tigkeit in Peine bildete die Renovierung der 1612 erbauten katholischen Pfarrkirche \u201dZu Ehren aller Engel\u201d sowie der Neubau des heute noch stehenden Kapuzinerklosters im 18. Jahrhundert.<\/p><p><b>Verfall, letzte Nutzungsversuche und Abri\u00df des Schlosses<\/b><\/p><p>W\u00e4hrend des 18. Jahrhunderts gab es wenig bauliche Ver\u00e4nderungen bei den \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden. Verschiedenen Nachrichten zeigen, da\u00df sich die Bausubstanz wegen mangelhafter Erhaltungsarbeiten st\u00e4ndig verschlechterte. Als Beispiel f\u00fcr den schlechten Zustand des \u00f6ffentlichen Eigentums seien nur die 1662 errichteten Wachth\u00e4user genannt. Ende des 18. Jahrhunderts waren sie in so schlechtem Zustand, da\u00df sie von den Soldaten nur noch unter Lebensgefahr betreten werden konnten. Auch das Schlo\u00df war zu dieser Zeit wohl schon sanierungsbed\u00fcrftig. 1797 wurde wohl wegen Bauf\u00e4lligkeit als erstes das sogenannte Waschhaus abgerissen.<\/p><p>Die meisten Bauten waren noch vorhanden, als 1802, in engem Zusammenhang mit den Kriegen der absolutistischen M\u00e4chte Europas gegen das revolution\u00e4re Frankreich, das Hochstift Hildesheim von Preu\u00dfen annektiert wurde.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Noch im August 1802 r\u00fcckten preu\u00dfische Truppen in das Stift Hildesheim ein. Die Einnahme Peines erfolgte am 8. August von einem Hauptmann von Kronberg mit einer Kompanie Soldaten ohne Widerstand. Die f\u00fcrstlich-hildesheimische Miliz wurde entwaffnet und in Hildesheim f\u00f6rmlich aus dem Dienstverh\u00e4ltnis entlassen. Man schaffte, soweit im Zeughaus noch vorhanden, Kanonen, Gewehre und Munition fort, oder bot dieses der Bev\u00f6lkerung zum Kauf an.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Am 19. Dezember 1803 begannen die Abri\u00dfarbeiten auf dem Schlo\u00df. Den Anfang machten die Schlo\u00dfmauern, die vom Dom\u00e4nenp\u00e4chter und Oberamtmann Mertens f\u00fcr ein neues Gesindehaus in Hofschwicheldt verwandt wurden. Danach legte man die Scheunen und schlie\u00dflich das Haupthaus selbst nieder. Letzteres wird jedoch nicht vor 1813 abgerissen worden sein.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Zwischenzeitlich versuchten Peiner B\u00fcrger, das brachliegende Schlo\u00dfgel\u00e4nde wirtschaftlich zu nutzen. Im Jahre 1807 bat der Ratskellerwirt Gosewisch die preu\u00dfischen Beh\u00f6rden, die leerstehenden R\u00e4ume des Zeughauses zu pachten, um eine Essigfabrik einzurichten. Fast zur gleichen Zeit beantragte der Fabrikant Oekermann, das Schlo\u00dfgel\u00e4nde f\u00fcr seine Zichorienfabrikation (Kaffeeersatz) nutzen zu d\u00fcrfen.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">1813 lie\u00df der Domainen-Administrator Osthaus aus Hildesheim das Peiner Schlo\u00dfgel\u00e4nde einschlie\u00dflich der noch vorhandenen Bauten zum Verkauf anbieten. Laut den erhaltenen Archivalien erwarb das Gel\u00e4nde der Dom\u00e4nenp\u00e4chter Mertens im Auftrag des franz\u00f6sischen Generals Friedrich.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Auch nach der \u00dcbergabe gingen die Abbrucharbeiten am Schlo\u00df weiter. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Bruchsteine, soweit sie nicht mehr anderweitig verwendbar waren, verwandte man auf Bitten des Grafen von Oberg zur Wegebesserung in Rosenthal und Schwicheldt. Die einstmals stolzen Mauern fanden so ihr trauriges Ende als Stra\u00dfenschotter.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">1816 erfolgte der Abri\u00df des alten Zeughauses. Bei einem Sturm war am 16. Februar die ganze Nordseite des Geb\u00e4udes eingefallen. Daraufhin entschlo\u00df man sich, das bauf\u00e4llig gewordene Geb\u00e4ude ganz abzurei\u00dfen. Damit war von den Schlo\u00dfgeb\u00e4uden nichts mehr vorhanden. Lediglich der Burgbrunnen wurde noch von den Bewohnern der Dammgemeinde genutzt<\/p><p><b>Umbau zum Verwaltungszentrum<\/b><\/p><p>Nach dem Abri\u00df der letzten Schlo\u00dfgeb\u00e4ude gingen die hannoverschen Beh\u00f6rden daran, das ver\u00f6dete Schlo\u00dfgel\u00e4nde zum Verwaltungsmittelpunkt auszubauen. Als erstes errichtete man 1818 das auf dem Platz des ehemaligen Zeughauses ein Amtslokal und Gef\u00e4ngnis. Nur zwei Jahre sp\u00e4ter wurde dem seit 1815 in Peine t\u00e4tigen Amtsassessor Ziegler eine Dienstwohnung, das heutige Grundbuchamt, errichtet. Unmittelbar hinter seiner Dienstwohnung legte Ziegler einen Spazier- und Irrgarten an.<\/p><p>Noch etwas sp\u00e4ter baute man an der Stelle des heutigen Gef\u00e4ngnisses ein Stallgeb\u00e4ude f\u00fcr die Dienstpferde der k\u00f6niglichen Beamten. An der Stelle des heutigen Kreisgeb\u00e4udes stand eine sogenannte Zinskornbodenscheune. Beide d\u00fcrften wohl Fachwerkgeb\u00e4ude gewesen sein.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">In den drei\u00dfiger Jahren wurde \u00fcber den Schlo\u00dfberg gegen den entschiedenen und langj\u00e4hrigen Widerstand der Dammb\u00fcrger ein Weg zum Marktplatz gebaut. Auf diese Weise konnten die aus Hannover kommenden Reisenden direkt auf den Marktplatz gelangen ohne den Umweg durch die Dammgemeinde.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Das heutige Gel\u00e4nde des Amtmann-Ziegler-Gartens geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich der katholischen Kirche. Sie hatte hier ein Armenhaus errichtet. Nach seiner Entlassung aus dem hannoverschen Staatsdienst im Jahre 1854 lie\u00df die zweite Frau des Amtmannes, Elise Ziegler, geb. Brandes, die Scheune zu einem Wohnhaus umbauen. Dabei war aber von vornherein wegen der knappen Geldmittel an Baumaterial und Ausf\u00fchrung gespart worden. Schon nach kurzer Zeit zeigten sich erste Baum\u00e4ngel, die von der Familie zum Teil mit erheblichen Kosten beseitigt werden mu\u00dften. Als der letzte Enkel der Familie 1918 im ersten Weltkrieg fiel, wurde das Geb\u00e4ude mehr und mehr vernachl\u00e4ssigt. So verfiel es im Laufe der Jahre, bis es 1971, im Besitz der Stadt Peine, abgerissen wurde.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Auf dem \u00fcbrigen Schlo\u00dfareal erfolgten erst in preu\u00dfischer Zeit wieder Bauma\u00dfnahmen. So wurde 1868 die von Carl Haase aus Hannover entworfene neue katholische Kirche errichtet. In den achtziger Jahren brach man die alte Zinskornbodenscheune ab und erbaute das preu\u00dfische Landratsamt. 1893 erwarb die Stadt Peine vom Fiskus den Schlo\u00dfberg, die sogenannte Bastion. Es handelte sich dabei um eine etwa vier Meter hohe Erdaufsch\u00fcttung, die n\u00f6rdliche Eckbastion der fr\u00fchneuzeitlichen Schlo\u00dfbefestigung. Davor befand sich der Rest der alten Grabenanlage, der sogenannte Heller. Ferner erwarb die Stadt den dahinter liegenden und vom Landrat genutzten sogenannten \u201eAmtsgarten\u201c. An dieser Stelle errichtete die Stadt das heute noch stehende Ratsgymnasium sowie die katholische Volksschule.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Bastion und Heller, die von den B\u00fcrgern der Stadt als Spazierweg genutzt wurden, lie\u00df die Stadt gegen den Widerstand der Bezirks- und Provinzialregierung 1895 abtragen. Mit den Erdmassen der Bastion versuchte man den davor liegenden Heller wieder zusch\u00fctten. Das so gewonnene Gel\u00e4nde wurde als Stra\u00dfe (Burgstra\u00dfe) ausgebaut.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Das 1818 erbaute Amtslokal und Gefangenenhaus wurde an den Landkreis verkauft. Dieser errichtete im Jahre 1900 hier das heute als \u201ealtes Kreishaus\u201c bezeichnete Geb\u00e4ude.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">Erst nach Ende des zweiten Weltkrieges kam es zu weiteren Bauma\u00dfnahmen des Landkreises. Die gewachsenen Aufgaben kommunaler Verwaltungen f\u00fchrten zu Platzproblemen. Deshalb beschlo\u00df der Landkreis 1952\/53 den Neubau eines Kreishauses. Das alte preu\u00dfische Landratsamt wurde abgetragen und an seiner Stelle ein Jahr sp\u00e4ter das heutige Kreistagsgeb\u00e4ude erbaut. Das \u201ealte Kreishaus\u201c verkaufte der Kreis dagegen erneut an das Land.<\/p><p align=\"JUSTIFY\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p><p align=\"JUSTIFY\">(1) &#8211; Bemerkenswert ist, dass der Text drei Synonyme f\u00fcr den Begriff \u201eEule\u201c verwendet:<br \/>NOCTUA (1) \u2013 (Nacht-)Eule, Kauz<br \/>BUBO (4, 5) \u2013 Uhu, Eule<br \/>ULULA (6) \u2013 Kauz, Eule; von diesem den Ruf der Eule nachahmenden lateinischen Wort leitet sich \u00fcbrigens unsere \u201eEule\u201c ab.<br \/>-&gt; freundlicher Hinweis von Herrn Giselher Stoll, Peine<\/p><p align=\"JUSTIFY\"><i>Ralf Holl\u00e4nder &amp; Heinrich Winkelmann<\/i><\/p><p align=\"LEFT\">\u00a0<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Koch Die Ausgrabungen am Schlo\u00dfberg Abgesehen von \u00dcberlieferungen im Stil der ber\u00fchmten Eulensage, sowie d\u00fcrftigen bildlichen Darstellungen, war wenig \u00fcber die mehrfach umgebauten 1810 endg\u00fcltig abgerissene Peiner Burg bekannt. Die auf eine Gr\u00fcndung des sp\u00e4teren Reichstruchse\u00df Graf Gunzelin von Wolfenb\u00fcttel (um 1170 &#8211; 1254) zur\u00fcckgehende Stadt Peine liegt auf einer von drei Seiten mit Sumpfland umgebenen, erh\u00f6hten\u00a0Landzunge, an deren Spitze sich in strategisch g\u00fcnstigster Lage die einstige Burg befand, die sich in den Schriftquellen &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-542","page","type-page","status-publish","hentry","latest_post"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=542"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":822,"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/542\/revisions\/822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kreisheimatbund.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}